Hank-Hits
Ost Highway - Der Roman von Stefan Maelck
 
 
Zur Hank's World Startseite | Hank schreibt | Hank Hits | Hank spricht | Hank liest | Hank hört
HANK SPRICHT - Scenes from Weekly Nightmare.
Hier das ganze Interview, das in der Kultur News Mai nur in verkürzter Form erschien. 07.05.2003
HANK ON THE ROAD
(wird regelmässig in unregelmässigen Abständen fortgesetzt)
05.03.2003
 
Stefan Maelck zum Thema: Hier das ganze Interview, das in der Kultur News Mai nur in verkürzter Form erschien. Hier das ganze Interview, das in der Kultur News Mai nur in verkürzter Form erschien. 07.05.2003
  1. Haben Sie sich in die Krimi-Geschichte eingeschrieben, indem Sie als erster den Schlüpfer als Mordwaffe in die Literatur eingeführt haben?

Das habe ich gar nicht recherchiert und obwohl ich viele Krimis lese, weiss ich das
nicht. Max Goldt hat vor ein paar Jahren mal vorgeschlagen ein Call-Center zu eröffnen, wo man anfragen kann, ob es eine Idee, die man gerade hatte, schon mal gegeben hat. Lustige Idee - bisher aber nicht gemacht worden. Ich habe jedenfalls noch keinen Krimi gelesen oder gesehen, wo ein Schlüpfer explizit das Mordinstrument
war. Ansonsten geht es vermittelt ja immer irgendwie um Schlüpfer...

2. Hätte ein West-Autor „Ost-Highway“ geschrieben, das Buch wäre im Osten wohl nicht so gut angekommen!?

Ein West-Autor hätte das Buch garantiert auch anders geschrieben, denn bei allen bösen Sprüchen bleibt die Hoffnung auf Veränderung der Zustände bestehen - wahrscheinlich auch ein Teil der Ost-Zivilisation: man ist so stark mit dieser Hoffnung groß geworden, dass sie einen nicht mehr verlässt. Bei einem West-Autor hätte das vielleicht alles viel resignierter geklungen oder euphemistischer. Manche Dinge im Osten fallen mir vielleicht nicht mehr so auf, wie einem West-Autor, der den Osten mit einem frischen Blick sieht. Vor allem all die positiven Dinge wie...ausgerechnet jetzt fällt mir nichts ein. Na Sie wissen schon, der ganze Kram eben, der so toll ist am Osten!

3. Sind Zynismus und „Schnodderschnauze“ nötig, um bei der DDR-Thematik nicht in Betroffenheitsduselei zu verfallen?

Der ganze Ostalgie-Taumel geht mir komplett auf die Nerven - ohne das ich jetzt den ganzen Tag "Danke Helmut" skandiere und vom Einstürzende Neubauten-Liebhaber zum Tabaluga-Zombie mutiert bin. Der Taxifahrer jr. bringt es in Ost Highway schon auf den Punkt, wie sich West zu Ost verhält: Die gleichen Idioten aber mehr Geld.
Bei der DDR-Thematik ist sicher sehr viel Zynismus nötig. In der Geschichte der Bundesrepublik fällt mir da aber auch einiges ein, wo wenigstens verbal draufgehauen gehört. Betroffenheit ist in jedem Falle das falsche Mittel, weil es nur Bigotterie wäre.
Die meisten dieser ewig Gestrigen oder Dauerbetroffenen versuchen doch meist nur in ihre kleinbürgerliche Sichtweise in einen größeren Zusammenhang zu stellen, den sie selbst nicht genau hinterfragt haben. Wenn sie dann nicht mehr weiter wissen, dann war früher eben alles besser. Once bitten, forever smitten...

4. Was aus der DDR-Geschichte sollte denn wieder unterm Teppich hervor gekehrt werden?
Die weissen Elefanten.
Vor allem geht es um eine produktive Aufarbeitung der Geschichte. Also weder um Hexenjägerei noch um das Herunterspielen von Grausamkeiten eines totalitären Überwachungsstaates. Es gibt Leute, die rennen mit einer Stasiakte durch die Gegend, die ist kleiner als mein Einkaufszettel oder sie haben gar keine, sprechen aber die ganze Zeit davon, Opfer gewesen zu sein. Andere, die wirklich im Knast gesessen haben oder misshandelt wurden, wollen oft überhaupt nichts mehr wissen von dieser Zeit. Es geht um einen angemessenen differenzierten Umgang mit Geschichte. Es geht einfach um den Blick zurück, nicht um den Blick zurück im Zorn.

5. Haben Sie die Worte „politisch korrekt“ schon mal gehört?

Hab ich schon mal irgendwo gehört. Ich glaube bei Wladimir Kaminer. Er beschreibt den Terminus mit der Geschichte über New York City, wo die Frauen, so habe er gehört, oben ohne U-Bahn fahren dürfen. Man dürfe ihnen aber nicht auf die Titten glotzen, das wäre nicht politisch korrekt. Ich wäre da natürlich ein hoffnungsloser Fall.
Aber im Ernst: ein paar Sachen sind ganz sicher berechtigt, ich würde mich nie dazu äußern, das alles was früher mit disabled zu tun hat mit challengend umschrieben wird. Das Dumme ist nur, dass jede Bewegung zur Übertreibung, zum Dogmatismus und zur Militanz neigt, wenn sie instrumentalisiert und institutionalisiert wird. Also immer, wenn die Chance besteht für den übertriebenen Schwachsinn auch noch verbeamtet oder zumindest befestigt zu werden. Humor ist die einzige Chance für die positiven Aspekte von Political Correctness. Das Ende des Humors wäre das Ende des zivilisierten Umgangs miteinander, also das Ende irgendeines korrekten Umganges überhaupt.

6. Was entgegnet man bösen Journalisten, die „Ost-Highway“ einen „fatalen Hang zum Moderatorenspruch“ nachsagen und vom „Einheitssound aus Frivolität und Coolness“ sprechen?

Frivolität und Coolness sind ja Verkaufsargumente, also ich würde ein Buch kaufen, das so besprochen wird. Und Einheitssound stimmt auch - ich habe den Sound der Einheit erfunden. Darauf bin ich stolz. Wir wissen also dank Ost Highway schon heute, wie die Einheit klingen könnte. Falls sie je vollzogen wird.
Der fatale Hang zum Moderatorenspruch - das Fatale daran ist, dass es solche Moderatoren leider nicht gibt, ausser Harald Schmidt. Das meiste ist doch bieder und langweilig. Einfach jauchig. Von Sprüchen träumen doch die Langweiler nur.


7. Welche Krimi-Klischees möchten Sie nie wieder lesen müssen?

All die, die ich für die Fortsetzung von Ost Highway selbst nutzen möchte, denn Kriminalromane bestehen zu einem großen Teil aus Klischees. Sie haben sicher Verständnis dafür, dass ich meine Favoriten jetzt nicht verrate

8. Welche Krimi-Klischees wird man auch bei Stefan Maelck weiterhin lesen?

All die schon in Ost Highway eingeführten natürlich. Das Leben in der Bar, die Tage der großen Zukunftsangst, den Sad Song Superhighway, Hanks wöchentliche Sendung Lost Songs Found. Und da die Helden ja älter werden, treiben sie bald jede Menge Sport, trinken nur noch Karottensaft und helfen pausenlos alten Omas über die Strasse - Alles, was das Leben spannend macht.

9. Wie oft verlassen Sie ihr Haus denn mit Cowboy-Hut?

Immer wenn mir in den USA ein Hut so richtig gefiel, dann war der teurer als der Flug dorthin. Deshalb favorisiere ich die gute alte Mc Murphy- Mütze. So eine wie Hank Meyer sie auch trägt.

10. Bei welchem Musiker würden Sie im Extremfall denn auch Ihren Schlüpfer auf die Bühne werfen?

Bei Johnny Cash, aber der würde sich bedanken. Als würde es nicht genügen, dass er als Kind Baumwolle pflücken musste. Bei Van Morrison, aber der würde gleich die ganze Band feuern, weil er einen davon für den Schuldigen halten würde. Natürlich bei Natalie Merchant, manchem vielleicht noch als Sängerin der 10.000 Maniacs bekannt.
Und bei Vicky Peterson, die jetzt wieder bei den Bangles ist und hoffentlich nicht bei den Continental Drifters ausgestiegen ist. Und bei einer Reunion der Lassie Singers.

11. Wie würden Sie reagieren, wenn ich Ihnen die Platte der Dixie Chicks schenken würde?

Positiv. Aber lustigerweise hab ich die alle. Auf dem aktuellen Album "Home" gibt es eine Coversversion von "Landslide" von Fleetwood Mac, ein Stück, das auch die Smashing Pumpkins schon gespielt haben. Stevie Nicks hat dieses Lied komponiert und wenn ich die neue CD von Calexico höre, dann muss ich bei dem Stück "Not even Stevie Nicks" immer an sie denken. In dem Lied will sich jemand umbringen und er fährt mit seinem Auto auf den Abgrund zu und nicht einmal Stevie Nicks im Autoradio kann ihn davon abhalten. Vielleicht hätte Landslide im Radio laufen müssen, dann hätte es sich der Todeskandidat bestimmt anders überlegt.
Ich habe wenig Vorurteile, nur den ganz reaktionären Kram kann ich nicht leiden.
Die Dixie Chicks sind auf ziemlich hohem musikalischen Niveau und der der Vietnam-Song "Travelin' Soldier" ist großartig. Obwohl Vietnam ja irgendwann auch mal abgesungen ist. Zum Glück gibt es ja immer wieder neue Kriege über die dann gesungen, geschrieben, gefilmt und gesellschaftsanalysiert werden kann...

12. Wer ist Ihr Favorit für die Rolle des Hank Meyer in der Verfilmung von „Ost Highway“?

Dieter Landuris oder Peter Lohmeyer oder Jochen Nickel oder Jan Josef Liefers oder Hannes Jaennicke oder...
Für den Heuser wäre Dietmar Bär Klasse oder Jan Josef Kemp...
nach oben
 
Stefan Maelck zum Thema: HANK ON THE ROAD
<BR>(wird regelmässig in unregelmässigen Abständen fortgesetzt) HANK ON THE ROAD
(wird regelmässig in unregelmässigen Abständen fortgesetzt)
05.03.2003
  Am 25.1.2003 hatte Hank seine Live-Premiere im Roten Salon der Volksbühne Berlin, wo ja draußen fett OST draufsteht, Ost Highway also nicht so falsch sein kann. Ich war ziemlich aufgeregt und das ist understatement. Circa 130 Leute fanden sich ein - trotz falscher Ankündigungen in Zitty und Tagesspiegel.
Am Anfang gab es ein paar Lichtprobleme, die aber von Frau Zielke schnell behoben wurden, nachdem Hank einen Satz gesagt hatte, der ihn schon früh berühmt gemacht hatte: Weniger Licht! Dieser Satz wurde immer wieder gern in sein Gegenteil verkehrt und anderen, berühmteren Autoren zugeordnet. Wahr ist: Hank hat diesen Satz im Alter von 4 Jahren zum ersten Mal gesagt und auch wenn es auf dem Ost Highway langsam wieder heller wird, so war es Hank an vielen Orten dieser Welt eindeutig zu hell.
Das Berliner Publikum war großartig, wie großartig werde ich wohl erst wissen, wenn ich vor 3 Leuten in einem Ort gelesen haben werde, den ich hier jetzt nicht beschwören möchte, aber ich bin sicher, das Berliner Publikum wird mir von Woche zu Woche in einem helleren Licht erscheinen, Hank allerdings wird sich seinen Satz fürderhin klemmen können.
Nach der Lesung gab es dann noch gut 2 Stunden Hankhits von Sexbeat bis Paved road to Berlin, mein Freund Christian unterstützte mich beim Auflegen ebenso großartig, wie er mich auch das ganze Wochenende bewirtete. THANX! Der Rote Salon ist die denkbar beste Kulisse für Alternative Country (wie auch für so ziemlich jede andere Art von Musik ausser Blas) und anschließend landeten meine Freunde und ich in einem Club namens BASSY auf der Schönhauser Allee. Das Logo des Clubs fasste das ASS in einen Kreis und ich dachte jetzt würden uns zur Belohnung die Ratiofarm-Zwillinge empfangen: Gute Arbeit! Gute Besserung. Stattdessen empfing uns ein Türsteher, der noch die gute alte Ost-Autorität ausstrahlte und uns mit dem Satz empfing: „Wisst ihr eigentlich wo ihr hier seid?“ Da ich nicht unhöflich sein wollte sagte ich ganz neutral: „Berlin“. Wir bekamen einen Kurzvortrag über BASSY, den Verein zur Förderung und Pflege der Cowboy-und Countrykultur e.V. gehalten der mit den Worten endete: „...und es Leute gibt, die Country nicht mögen.“
„I’m the man in Black“ hörte ich mich sagen, aber ich hätte auch was von Great White Hope oder Thin White Duke faseln können. Warum die Bemerkung nicht verfing wurde uns später klar. Es gab den ganzen Abend Surf-Punk und um auf die Toiletten zu kommen, die sich im Keller befanden, musste man arg in die Knie gehen – mit Hut wäre das unmöglich gewesen. Aber welcher Cowboy nimmt schon zum Pinkeln den Hut ab. Die Ratiofarm-Zwillinge sahen aus wie zwei große Weizenbiere, aber man nimmt, was kommt. Gute Besserung.

Die nächste Lesung war in Rostock, die andere Buchhandlung am 30.1.03, in meiner alten Heimat also. Ein gemütlicher Abend in kleiner, feiner Runde und anschließendem „ernsthaften“ Gespräch im Marktkrug gegenüber der Buchhandlung. Die Wirtin Babsi hatte Geburtstag und es gab „Mecklenburger Zwetschge“ zum Bier, what a night. Ein Abend voller Erinnerungen und Begegnungen mit alten Freunden. Wurde am nächsten Abend fortgesetzt mit einer Rezitats-Nacht von Morgenstern über Tucholski bis Gernhardt wurde aber auch dem alten Eisläufer Klopstock gedacht und dank des Tausendsassas Manfred Keiper (die andere Buchhandlung) machte ich eine neue Entdeckung: Michael Augustin aus Bremen! Kostprobe gefällig ?
Selbstporträt mit Flasche: Das da ohne Korken, sagte der Dichter, das bin ich.
(Alle Bücher Edition Temmen)
Bis früh um 4 wurden Gedichte zitiert und am nächsten Tag gab ich mein Lesehonorar für Michael Augustin-Bücher aus. Das ist wohl Keipers Trick, deshalb kann er so viele schöne Lesungen machen.

Inzwischen hat sich auch Michael Augustin mit Hank angefreundet und es drängt ihn in's Hölderlin (siehe Hank schreibt).
Am 7.Februar war Hank beim MDR-Mittagsmagazin zu Gast. Die Kollegen haben zwei wundervolle kleine Filme gefertigt, allerdings mußte klargestellt werden, dass die Szenen mit den ganzen Flaschen im Hintergrund nicht in meiner Wohnung, sondern im Whiskey-Laden von Danger, dem Bassisten von Green Street Green, spielten. Betreut wurde Hank in Magdeburg von Uta Kröber, der noch einmal dank gilt, Magdeburg ist immer noch eine eigenartige Stadt, niemand scheint dort zu wissen, dass es die Partnerstadt von Nashville, Tennessee - Hauptstadt des Country ist. Und wie mir Hans-Eckardt Wenzel, der mit seinem Woody Guthrie Programm kürzlich in Nashville spielte, sagte: In Nashville hat auch noch niemand von Magdeburg gehört. Thank God. Am 9.Mai wird Hank erneut in Magdeburg einreiten, um im Theater zu lesen und dann werden die Leute ausgefragt nach Nashville. Falls welche kommen.

Am 13.2. erste Lesung in Halle, Haus des Buches, war trotz der dräuenden Release-Party im Turm sehr gut besucht, 70 Leute und wie mir von den absolut engagierten Buchhändlerinnen und dem Buchhändler Herr Rosetzky bestätigt wurde: ein junges Publikum.
Na bitte, so'n alter Sack ist Hank doch noch nicht.
Im Haus des Buches Halle ist Ost Highway übrigens seit 6 Wochen auf Platz 1 der hausinternen Bestsellerliste. Danke! Weiter so! Woanders bitte auch...

Am 28.2. dann die lang vorbereitete Buchpremiere im Turm der Moritzburg Halle. Die Party war vo guten Geist des Hauses Roger Barz so durchorganisiert, dass eigentlich nur gut werden konnte. Wurde es dann auch.
Schon 2 Wochen vorher war der Laden ausverkauft , ca.
200 Leute waren ein großartiges Publikum.
Gegen 22.00 Uhr spielten dann Veranda Music aus Hamburg, erstmals mit einem großartigen Cellisten, ein Konzert und obwohl die meisten Gäste die Band sicher nicht kannten, hatten Veranda Musik die Leute ziemlich schnell. Musikalisch schwer einzuordnen, am besten mal reinhören bei Hank Hits oder bei Glitterhouse CDs ordern, 3 Alben gibt es mittlerweile und hoffentlich bald ein neues mit Cello.
Ein wundervoller Abend - Freunde aus Wismar, Dresden, Leipzig und Hamburg waren angereist und Hank ist Tage später noch am auschillen.

Am kommenden Freitag fährt Hank nach Erfurt in die Buchhandlung Habel. In Erfurt war ich das letzte Mal während der Shakespeare-Tage 1987, das war immer ein schöner Anlass, die Clubs und Kneipen von Weimar und Erfurt zu testen, natürlich im Auftrag von Willie the Shake, wie Joni Mitchell ihn mal nannte.
Mal sehen, wie die Oberschüler sich benehmen und ob das Waffenmuseum geöffnet ist.


nach oben